Kunst der Intervention
Symposium „Die Kunst der Intervention. Gesellschaftliche Eingriffe von Kunst, Politik und Militär“, Mittwoch, 15. Juni 2011, Hamburg, Körber-Forum, Kehrwieder 12. Initiiert gemeinsam mit Berit Bliesemann de Guevara
Thema
Der Begriff „Intervention“ wird aktuell in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen diskutiert. Es geht dabei um das aktive Eingreifen in bestehende Systeme, bzw. in die soziale Wirklichkeit mit dem Ziel einer sich daran anschließenden Veränderung, ja Verbesserung der ursprünglichen Situation. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt, die Wirklichkeit zu verändern, und ob darüber hinaus (un-)intendierte Folgen und Auswirkungen tatsächlich abzuschätzen sind. Das Symposium bildet den Rahmen für ein Aufeinandertreffen zweier gesellschaftlicher Systeme, die sich nur selten begegnen – Kunst und Militär –, sich aber beide als intervenierend verstehen. Im interdisziplinären Gedanken- und Erfahrungsaustausch zwischen Praktikern und Wissenschaftlern soll das allgemeine Verständnis von Interventionen diskutiert werden.
Programm
Begrüßung (10.00-10.25 Uhr)
Matthias Meyer, Körber-Stiftung
Martin Köttering, Präsident der Hochschule für bildende Künste Hamburg
Prof. Dr. Wilfried Seidel, Präsident der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Einleitung: Was ist eine Intervention? (10.25-11.00 Uhr)
Begriffsannäherung aus kunsttheoretischer, designkritischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive
- Friedrich von Borries, Professor für Designtheorie und kuratorische Praxis, HFBK Hamburg
- Berit Bliesemann de Guevara, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Internationale Politik an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Wie wird interveniert? Teil 1: Politik und Militär (11.00-12.30 Uhr)
Berichte aus der Praxis: Soldaten und Politiker stellen unterschiedliche Formen von Interventionen vor.
- Prof. Dr. Michael Daxner, Professor für Hochschulforschung und Hochschulsoziologie am Institut für Sozialwissenschaften der Universität Oldenburg, emeritiert 2011
- Generalmajor Hans-Werner Fritz, Divisionskommandeur der Division Spezielle Operationen, bis Februar 2011 Regionalkommandeur Nord der ISAF in Afghanistan
Moderation:
- Amelie Deuflhard, Intendantin von Kampnagel, Hamburg
Mittagspause (12.30-13.15 Uhr)
Wie wird interveniert? Teil 2: Kunst (13.15-14.45 Uhr)
Berichte aus der Praxis: Künstler stellen unterschiedliche Formen von Interventionen vor.
- Torsten Michaelsen, Ligna, Hamburger Künstlergruppe bestehend aus Medien- und Performance-Künstlern
- Wolfgang Zinggl und Martina Reuter, Wochenklausur, Wiener Künstlergruppe, gegründet 1993
Moderation:
- Prof. Dr. Klaus Schlichte, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien, Universität Bremen
Wie wirksam sind Interventionen? (15.00-16.30 Uhr)
Kritische Reflexionen der Praxis: Überlegungen zu Ergebnissen und Folgen von künstlerischen und militärischen Interventionen.
- Alain Bieber, Redaktionsleiter von arte-creative
- PD Dr. Jochen Hippler, Institut für Entwicklung und Frieden INEF, Universität Duisburg-Essen
Moderation:
- Matthias von Hartz, Künstlerischer Leiter des Internationalen Sommerfestivals Hamburg
Veranstalter
Hochschule für bildende Künste Hamburg – 1767 gegründet, ist eine künstlerisch-wissenschaftliche Hochschule, an der ein umfassendes Studium der Bildenden Künste und ihrer Theorien in einem kritischen, dynamischen und interdisziplinären Umfeld absolviert wird. Im Studienbereich Design sucht die HFBK nach neuen Wegen und Methoden, unsere Lebenswelt zu gestalten.
Helmut-Schmidt-Universität Hamburg – 1973 auf Anregung des damaligen Verteidigungsministers Helmut Schmidt als „Hochschule der Bundeswehr Hamburg“ mit dem Hintergrund der wissenschaftlichen Ausbildung von Offizieren gegründet. Sie steht mittlerweile nicht mehr nur Offizieren und Offiziersanwärtern, sondern auch einer kleinen Zahl ziviler Studierender offen.
Koerber-Stiftung Hamburg – 1959 gegründet von dem Unternehmer Kurt A. Körber, Stiftung, die Räume und Möglichkeiten schafft, um Ideen und Beispiele für gesellschaftliches Handeln zu entwickeln und zur Diskussion zu stellen.

