Klimakapseln – Symposium

28. - 29. Mai 2010, Hochschule für bildenden Künste Hamburg

Symposium Klimakapseln

 

Mi 26. Mai        

11.00                  Pressekonferenz für Ausstellung und Symposium, MKG

 

Do 27. Mai          AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG, MKG

19.00                  Empfang und Einführung

                           Sabine Schulze, Direktorin MKG

                           Ole von Beust, Erster Bürgermeister Hamburg

                           Martin Köttering, Präsident HFBK

                           Hortensia Völckers, Künstlerische Direktorin Kulturstiftung des Bundes

                           Friedrich von Borries, Kurator Klimakapseln/HFBK

20.30                  Performance: Shrink

                           Lawrence Malstaf, Künstler, Tromsø

21.00                  Eröffnungs-Party

 

Fr 28. Mai           SYMPOSIUM, HFBK

12.00-12.30        Begrüßung durch Martin Köttering, HFBK                 

                            Einführung Friedrich von Borries, HFBK

12.30-12.45        Grußwort

                            Lutz Nitsche, Kulturstiftung des Bundes

12.45-13.30         Keynote: Exklusion/Inklusion

                            Heinz Bude, Hamburger Institut für Sozialforschung, Universität Kassel

14.00-16.00         Panel I: Migration (Vorträge, Diskussionen)

                            Vincent Callebaut, Architekt, Paris

                            Tomás Saraceno, Künstler, Frankfurt/Main

                            Michiko Nitta, Künstlerin, London

16.30-18.30         Panel II: Flexible Schutzräume (Vorträge, Diskussionen)        

                            Chip Lord/Ant Farm, University of California, Santa Cruz

                            Lucy Orta, University of the Arts London

                            Günter Zamp Kelp/Haus-Rucker-Co, Universität der Künste, Berlin

                            Michael Rakowitz, Weinberg College of Arts and Sciences, Northwestern University, Chicago

19.00-20.00         Abschlussreflexion

                            Philipp Oswalt, Stiftung Bauhaus Dessau

                            Friedrich von Borries, HFBK

20.00-20.30         Performance: Shrink

                            Lawrence Malstaf, Künstler, Tromsø

 

Sa 29. Mai          SYMPOSIUM, HFBK

11.00-11.45         Einführung: Eingriffe in das Ökosystem

                            Victor Smetacek, Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung

12.00-14.00         Panel III: Naturmodifikationen (Vorträge, Diskussionen)

                            Peter und Mark Anderson, Architekten, San Francisco

                            Tue Greenfort, Künstler, Kopenhagen/Berlin

                            Christoph Keller, Künstler, Berlin

15.00-17.00         Panel IV: Naturkapseln (Vorträge, Diskussionen)

                            Ingo Vetter, Academy of Fine Arts, Umeå

                            Ilkka Halso, Künstler, Orimattila

                            Jan-Peter E.R. Sonntag, Künstler, Berlin

17.30-18.30         Abschlussdiskussion

                            Friedrich von Borries, Chup Friemert, Susanne Lorenz, Glen Oliver Löw, HFBK

 

 

Das Symposium „Klimakapseln“ ist eine Kooperation von:

Hochschule für bildende Künste (HFBK)

Museum für Kunst und Gewerbe (MKG)

Die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (JA)

Das Projekt „Klimakapseln“ wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

 

Referenten

Anderson Anderson. Die Brüder Peter und Mark Anderson leiten gemeinsam das Büro Anderson Anderson Architecture in San Francisco. Das Büro arbeitet im Grenzbereich von Kunst, Architektur und Technologie. 2006 entwickelten sie das flexible Dammsystem „Alluvial Sponge Comb“, das bei Hochwasser anschwillt und die dahinter liegenden Orte schützt.

Heinz Bude, Professor für  Makrosoziologie an der  Universität Kassel sowie Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung. Schwerpunkte seiner Arbeit sind Generations-, Exklusions- und Unternehmerforschung. 2008 veröffentlichte er den Band „Die Ausgeschlossenen. Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft“, sowie 2006, zusammen mit Andreas Willisch, „Das Problem der Exklusion. Ausgegrenzte, Entbehrliche, Überflüssige.“

Vincent Callebaut, Architekt. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Entwicklung einer nachhaltigen „Ökopolis“, deren Architektur biologische Erkenntnisse ebenso wie Informations- und Kommunikationstechnologie mit einbezieht. 2008 entwickelte er „Lilypad“, eine Studie für eine „schwimmende Ökopolis für Klimaflüchtlinge“.

Tue Greenfort, Künstler. In seinen Arbeiten fragt er nach unserem Umgang mit Umwelt- und Artenschutz sowie mit Ressourcen und Nachhaltigkeit und stellt diese Themen zum System der Kunst in Bezug. Seine Projekte zeichnen sich durch eine interdisziplinäre Offenheit und eine wissenschaftliche Arbeitsweise mit umfassenden Recherchen aus.

Ilkka Halso, Künstler. In seiner Serie „Museum of Nature“ zeigt er seit 2003 Fotomontagen imaginärer Museums- und Theaterbauten, in denen Natur vor Umweltverschmutzung und menschlichem Zugriff beschützt, gleichzeitig auch inszeniert wird.

Christoph Keller, Künstler, sowie studierter Mathematiker, Physiker und Hydrologe. In seinen Arbeiten setzt er sich mit dem Wesen der Wissenschaft, ihren Methoden, Konstruktionen und Utopien auseinander. Seit 2003 re-enactet er die Cloudbuster-Experimente des Psychoanalytikers Wilhelm Reich, der behauptete, mit seiner Apparatur die Bildung von Wolken und Niederschlag beeinflussen zu können.

Chip Lord, Architekt und Künstler. 1968 gründete er gemeinsam mit Doug Michels das Künstlerkollektiv Ant Farm, das bis 1978 an den Schnittpunkten von Kunst, Architektur und politischem Aktionismus operierte. 1970 entwickelten Ant Farm die Aufblasarchitektur „Clean Air Pod“, einen symbolischen Schutzraum, der in Performances als Zuflucht vor verschmutzter Luft angeboten wurde. Derzeit ist Lord Professor für Film und digitale Medien an der University of California in Santa Cruz.

Lawrence Malstaf, Künstler. Nach einem Industriedesign-Studium arbeitete Malstaf zunächst als Bühnenbildner, bevor er sich der Installations- und Performancekunst zuwandte. Seit 2000 entwickelt er Räume für Performer und/oder Besucher, die v. a. von dem Verhältnis von Bewegung, Zufall, Ordnung und Chaos bestimmt werden. Oftmals bildet Technologie die Inspiration seiner Arbeit. Die performative Installation „Shrink“ lässt sich somit als technisch avancierte Körperkapsel deuten.

Michiko Nitta, Grafik-Designerin und Künstlerin. 2007 initiierte sie die fiktive ökologische Widerstandsbewegung „Extreme Green Guerilla“. EGG kritisiert den pseudonachhaltigen, konsumfreudigen Lebensstil der Gegenwart und denkt Maßnahmen zur Rettung der Erde ins Extreme weiter. Dazu zählt z. B., dass die Mitglieder ihr Leben im Alter von vierzig Jahren beenden, um so die Umwelt zu schonen.

Lucy Orta, Professorin für Mode, Kunst und Umwelt an der University of Arts London. Orta bezeichnet ihre Arbeiten als „architecture with soul“ und sucht nach einem sozial, politisch und ökologisch nachhaltigen Design. In der 1992 bis 1994 entstandenen Serie „Refuge Wear“ setzte sich mit sozialer Ausgrenzung, Mobilität und Wohnen auseinander: Die zeltartigen Schutzanzüge sollten dem Träger Schutz vor einer potentiell feindlichen Umwelt bieten.

Philipp Oswalt, Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau. 2001 bis 2003 war er gemeinsam mit Klaus Overmeyer Initiator und Leiter des europäischen Forschungsprojekts „Urban Catalysts“ zum Temporären im Urbanen Raum. Von 2002 bis 2005 leitete er für die Kulturstiftung des Bundes das internationale Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Schrumpfende Städte“.

Michael Rakowitz, Professor für Kunsttheorie und -praxis am Department of Art Theory and Practice, Northwestern University Chicago. 1998 initiierte er das Langzeitprojekt „paraSITE“. Gemeinsam mit Obdachlosen entwickelt er an deren persönliche Bedürfnisse angepasste aufblasbare Zelte, die an die wärmenden Lüftungsauslässe von Gebäuden angeschlossen werden.

Tomás Saraceno, Künstler. Nach seinem Architekturstudium in Argentinien studierte er bei Peter Cook (Archigram) an der Frankfurter Städelschule. Sein Langzeitprojekt "Air-Port-City- cloud city" basiert auf dem Konzept von zusammengesetzten pneumatischen Strukturen. Unberührt von nationalen Gesetzen soll die Air-Port-City durch die Atmosphäre gleiten, Territorialgrenzen hinter sich lassen und freie Migration ermöglichen.

Curtis Schreier, Künstler. Mitglied des Künstlerkollektivs Ant Farm, das von 1968 bis 1978 an den Schnittpunkten von Kunst, Architektur und politischem Aktionismus operierte. In zahlreichen Performances und Aktionen kamen dabei  aufblasbare Architekturen, sog. Inflatables, zum Einsatz, so etwa der 1970 entwickelte „Clean Air Pod“, ein symbolischer Schutzraum, der in Performances als Zuflucht vor verschmutzter Luft angeboten wurde.

Victor Smetacek, Professor für biologische Ozeanographie am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. 2009 zählte er zur Leitung des deutsch-indischen Forschungsexperiments „LOHAFEX“: Auf einer Fläche von 300 Quadratkilometern wurde der Südliche Ozean mit 20 Tonnen Eisensulfat gedüngt, um das Wachstum des Phytoplanktons anzuregen und so die Kapazitäten zur Aufnahme von Kohlendioxid zu erhöhen. Die Auswirkungen dieser Algenblüte wurden in umfangreichen Studien untersucht.

Jan-Peter E.R. Sonntag, Künstler. In ortsbezogenen, interaktiven Installationen beschäftigt er sich mit Schnittstellen zwischen dem menschlichen Körper und technisch-medialen Systemen. 2009 ließ er in einer Installation bei der Transmediale einen Eisblock schmelzen.

Ingo Vetter, Professor an der Academy of Fine Arts in Umeå. In seinen Arbeiten setzt er sich mit Konzepten von Öffentlichkeit und Raum sowie deren Einfluss auf die Entstehung von Gesellschaft auseinander. 2004 entwickelte er das „Adaptation Laboratory“, ein aufblasbares Kunststoff-Gewächshaus, das an den Abluftschacht eines Gebäudes angeschlossen wird. Im Inneren befindet sich ein Götterbaum, der im 19. Jahrhundert als dekorative Pflanze aus China nach Europa und in die USA eingeführt wurde, mittlerweile jedoch als lästiges Unkraut gilt.

Günter Zamp Kelp, Professor am Institut für Architektur und Städtebau der Universität der Künste Berlin bis 09/2009. 1967 gründete er in Wien gemeinsam mit dem Architekten Laurids Ortner und dem Maler Klaus Pinter die Künstlergruppe Haus-Rucker-Co, zu der 1971 Mafred Ortner als weites Mitglied hinzustiess. Von 1967 bis 1970 schufen Haus-Rucker-Co im Rahmen ihres „Mind-Expanding-Program (MEP)“ zahlreiche Kapseln: Masken und Helme wie die „Environment Transformers, sowie inflatables wie beispielsweise die  „Oase Nr. 7“ die erstmals 1972 im Rahmen der documenta 5 gezeigt wurde.

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