Ausstellung, 2023

»Die einen hielten das Projekt [für] überflüssig, die anderen waren Feuer und Flamme.«

Leonore Welzin, Heilbronner Stimme

Mit einer mehrteiligen Installation im Kunstverein Heilbronn legen die künstlerischen Leiter der »Hauptstadt der Folgenlosigkeit« – Friedrich von Borries, Tobias Frühauf und Philipp Wolpert – Rechenschaft über Erfolg, Scheitern und Zukunft der urbanen Versuchsanordnung ab. Präsentiert werden Fotografien, Texte, ein Film sowie verschiedene interaktive Stationen, die das zwölfmonatige Projekt künstlerisch reflektieren.

In mehreren Stationen zeichnet die Ausstellung Phasen und Ansätze des Kunstprojektes nach: Der Film „Folgen Los“ (2022) von Rebecca Panian dokumentiert das Stipendium für Nicht(s)tun, Stadtschreiber Alexander Estis liest „Nichts über Heilbronn“ und ein Chatbot lädt zum virtuellen Austausch. Nico Kurth seziert die Stadt in seinen fotografischen Streifzügen und der Bund der Folgenlosen seine Vereinsstrukturen auf dem Tapeziertisch. Dokumentarische, performative und interaktive Elemente geben so Einblick in die „Hauptstadt der Folgenlosigkeit“, die als Experimentierfeld für Kunst und Stadtentwicklung in einer einmaligen Kooperation mehr als 20 Kulturinstitutionen und Akteur*innen in Heilbronn zusammenbrachte. Die Ausstellung hinterfragt zugleich Folgenlosigkeit als (gescheitertes) Ideal für gemeinschaftliches Zusammenleben – und würdigt die Utopie eines Lebens, das keine negativen Folgen für andere Menschen, Lebewesen und die Umwelt hat.

Gezeigt werden u.a. Fotografien von Nico Kurth, Texte von Stadtschreiber Alexander Estis sowie ein Film von Rebecca Panian.

Zugehörige Projekte

Stadt

Hauptstadt der Folgenlosigkeit

Ein ein-jähriges urbanes Spektakel als Erprobungsversuch in freudvoller Unterlassung

Von Mai 2022 bis April 2023 war Heilbronn »Hauptstadt der Folgenlosigkeit«. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Harry Mergel organisierte der »Bund der Folgenlosen« mit zahlreichen lokalen Akteur:innen und Institutionen eine Reihe von Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, Festen, Performances und Vorträgen, die sich alle um Folgenlosigkeit, Nicht(s)tun und Vermeidung drehten.

Intervention

Stipendium für Nicht(s)tun

Was würden Sie unterlassen, wenn Sie 5000 Euro bekommen? Das fragte das »Stipendium für Nicht(s)Tun«.

Was würden Sie unterlassen, wenn Sie dafür 5000 Euro bekommen? Das fragte das »Stipendium für Nicht(s)Tun« im Rahmen des Stadt- und Kunstprojektes »Hauptstadt der Folgenlosigkeit« in Heilbronn. Über 200 Leute nahmen teil! Sie gingen der Frage nach, wie ein sinnvolles Leben vor dem Hintergrund von Klimawandel und sozialer Ungleichheit zukünftig aussehen kann - und gründeten schließlich ein »Nicht(s)tun-Kollektiv«.

Intervention

Amt für Folgenlosigkeit

Im Rathaus von Heilbronn bot der »Bund der Folgenlosen« eine Sprechstunde über Folgenlosigkeit an.

An zwei Tagen in der Woche bietet der Bund der Folgenlosen Sprechstunden an. Bewerber:innen, die keine Online-Bewerbung durchführen können, Rückfragen zum Stipendium für Nicht(s)-Tun oder zum Projekt »Hauptstadt der Folgenlosigkeit« haben, finden im »Amt für Folgenlosigkeit« Unterstützung und Auskunft. Das Projektteam ist zu den Sprechzeiten auch Ansprechpartner für Personen, die gerne selbst ein Format innerhalb des Festivals »Hauptstadt der Folgenlosigkeit« durchführen oder entwickeln wollen.